Häufig gestellte Fragen

Erfahren Sie mehr über Helmsicherheit mit MIPS BPS. Hier finden Sie einige häufig gestellte Fragen zum MIPS Brain Protection System.

Allgemeine Fragen

Wofür steht MIPS?

MIPS steht für Multi-directional Impact Protection System.

Was ist MIPS?

Das MIPS Brain Protection System (BPS) ist dafür entwickelt, zusätzlichen Schutz gegen auf das Gehirn übertragene Rotationsbewegungen (oder Kinematik) bei einem schrägen Aufprall auf den Kopf zu bieten. Rotationsbewegungen entstehen aus der Kombination von Rotationsenergie (Winkelgeschwindigkeit) und Rotationskräften aus Winkelbeschleunigung, die beide auf das Gehirn wirken und das Risiko für leichte und schwere Gehirnverletzungen erhöhen. Bei Integration in einen Helm verringert das MIPS-Zusatzschutzsystem erwiesenermaßen die Rotationsbewegung, indem es Energien und Kräfte absorbiert und umleitet, die sonst auf das Gehirn übertragen würden.

Wo ist meine MIPS-Schale zu sehen?

Zu Beginn befand sich die MIPS-Schale zwischen der Außenschale des Helms und dem EPS-/Schaum-Innenpolster. Bei neueren und häufiger vorkommenden Versionen befindet sich die MIPS-Schale unter dem EPS-Material, zwischen dem Helm und dem Kopf. Heute ist dies die gebräuchlichste reibungsarme Schale auf dem Markt.

Wie funktioniert MIPS?

Herzstück des MIPS BPS ist eine reibungsarme Schale, durch die der Kopf im Helm 10–15 mm in jede Richtung gleiten kann. So werden auf das Gehirn wirkende Rotationsbewegungen verringert.

Bitte lesen Sie diese Seite, auf der wir erklären, wie MIPS die Sicherheit Ihres Helms erhöhen kann »

Sind MIPS-Helme wirklich besser?

Mit dem MIPS BPS im Helm können Sie das Risiko einer Hirnschädigung verringern. Ein schräger Aufprall erzeugt Rotationsbewegungen. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass das Gehirn sehr empfindlich auf Rotationskräfte reagiert. Bei einem schrägen Aufprall können diese Kräfte auf das Gehirn übertragen werden, was schwere Verletzungen nach sich ziehen kann.

Was bedeutet MIPS auf einem Helm?

Das MIPS Brain Protection System (BPS) befindet sich im Inneren des Helms, meist zwischen dem Innenpolster und dem EPS-Schaum (hochwertiger Schaum zur Energieabsorption).

In bestimmten Aufprallsituationen kann das MIPS BPS auf das Gehirn wirkende gefährliche Kräfte reduzieren.

MIPS steht für Multi-directional Impact Protection System.

Über den Aufprall

Was ist Rotationsbewegung?

Rotationsbewegung entsteht in diesen Fällen durch einen schrägen Aufprall auf den Kopf. Durch ein schnelles, plötzliches, abruptes Abbremsen wird das Gehirn in Bewegung versetzt oder gedehnt. Dieses Verhalten tritt hauptsächlich deshalb ein, weil das Gehirn in der Cerebrospinalflüssigkeit schwimmt und eine ähnliche Scherfestigkeit aufweist wie Wasser.

Warum ist Rotationsbewegung gefährlich?

Bekanntermaßen reagiert der menschliche Kopf empfindlicher auf Rotationsbewegung als auf lineare Bewegung.

Aus technischer Sicht entstehen Rotationsbewegungen aus der Kombination von Rotationsenergie (Winkelgeschwindigkeit) und Rotationskräften (Winkelbeschleunigung), die beide auf das Gehirn wirken und das Risiko für leichte und schwere Gehirnverletzungen erhöhen. Das Gehirn reagiert deshalb empfindlicher auf Rotationsbewegung, weil es in Bezug auf die Scherfestigkeit ähnliche Eigenschaften aufweist wie Wasser oder Gel. Außerdem ist das Gehirn – wie Wasser auch – nicht komprimierbar. Das Hirngewebe kann jedoch gedehnt werden, wenn sich die einzelnen Hirnareale gegeneinander versetzt bewegen – als Folge von Rotationsbewegungen. Diese Belastung des Gehirns kann Gehirnerschütterungen oder gar noch schlimmere Hirnverletzungen verursachen. Daher wirken lineare Bewegungen auf das Gehirn nicht ganz so stark wie Rotationsbewegungen.

Wie wirkt Rotationsenergie auf das Gehirn?

Verschiedene Forschungsergebnisse weisen auf einen Zusammenhang zwischen schweren Hirnverletzungen, wie z. B. der diffusen axonalen Schädigung (Diffuse Axonal Injury, DAI) und dem Subduralhämatom (SDH), und bei einem schrägen Aufprall auf das Gehirn übertragenen Rotationsbewegungen hin.

Dem leichten Schädel-Hirn-Trauma bzw. der Gehirnerschütterung werden ebenfalls Rotationsbewegungen als Ursache zugeschrieben.

Funktioniert es bei jedem Aufprallwinkel?

Ja, MIPS BPS funktioniert unabhängig von der Aufprallrichtung. Es handelt sich um ein Multi-directional Impact Protection System (multidirektionales Aufprallschutzsystem).

Wie viel relative Bewegung lässt das MIPS BPS zu?

Die reibungsarme MIPS-Schale bewegt sich etwa 10 bis 15 mm in alle Richtungen. Das können Sie spüren, indem Sie die Hand in den Helm legen und die MIPS-Schale drehen.

Gegen welche spezifischen Mechanismen schützt MIPS BPS?

Das MIPS BPS verringert erwiesenermaßen Rotationsbewegungen aus einem schrägen Aufprall, indem es Energien und Kräfte absorbiert und umleitet, die sonst auf das Gehirn übertragen würden. Durch ein geringfügiges gegen den Helm versetztes Gleiten der reibungsarmen Schale (10–15 mm) im winzigen Moment eines schrägen Aufpralls (5–10 Millisekunden) kann sich der Kopf durch das MIPS BPS in seiner ursprünglichen Richtung weiterbewegen, ohne dass die Rotationsenergien auf das Gehirn übertragen werden. Die Absorption erfolgt durch Reibungswärme sowie durch die Verteilung der Belastung auf eine größere Fläche der Helminnenschale durch das MIPS BPS.

Über das Unternehmen

Woher stammt MIPS und wann wurde damit begonnen?

1995 begann der schwedische Gehirnchirurg Hans von Holst am Karolinska Institut in Stockholm zu untersuchen, wie Helme im Allgemeinen konstruiert waren, denn er war der Überzeugung, dass der durch die Helme gebotene mangelhafte Schutz Folgen für zu viele Menschen hatte, die mit Helm Kopftraumata erlitten hatten. Hans von Holst setzte sich mit der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) in Stockholm in Verbindung, um biomechanische Forschungen zur Prophylaxe von Kopf- und Halsverletzungen in die Wege zu leiten. Daraufhin begann der Student Peter Halldin seine Promotion über die Biomechanik von Kopf- und Halsverletzungen als erster Doktorand auf diesem Gebiet. Peter Halldin beschäftigte sich mit der technischen Seite der Problematik und wurde von Hans von Holst bei medizinischen Fragen unterstützt, um das Gesamtbild vom Unfall bis zu möglichen Verletzungen nachvollziehen zu können.

In den ersten Jahren untersuchten Peter Halldin und Hans von Holst auch den Bedarf für ein System, das auf das Gehirn wirkende Rotationsbeschleunigung verringern kann. 1996 kamen Hans von Holst und Peter Halldin gemeinsam auf die Idee der MIPS-Technologie, die das Eigenschutzsystem des Gehirns imitiert. Der erste Prototyp eines mit MIPS BPS ausgestatteten Helms wurde im Jahr 2000 an der Universität von Birmingham getestet. Im Jahr darauf erschien der erste wissenschaftliche Artikel darüber, in dem dargelegt wurde, dass das MIPS BPS die Rotationsbeschleunigung maßgeblich reduzieren konnte.

Wurde MIPS BPS durch einen Helmhersteller entwickelt?

Nein, MIPS wurde von Wissenschaftlern und Medizinern ins Leben gerufen, deren Interesse der Forschung und der Sicherheit galt und die ein Produkt entwickeln wollten, das möglicherweise mehr Sicherheit für Helme bieten konnte.

Stimmt es, dass MIPS angeblich nur dank intensiver Marketingbemühungen groß geworden ist?

MIPS ist zwar in den letzten Jahren sehr schnell gewachsen, ist aber ursprünglich aus einem Forscherteam im Jahr 1995 mit Fokus auf Forschung und Entwicklung entstanden. Der Erfolg hinter dem plötzlichen Aufstieg von MIPS ist darauf zurückzuführen, dass nach wie vor der Schwerpunkt auf Forschung und Entwicklung liegt sowie darauf, auf die Gefahren von durch Rotationsbewegung verursachten Verletzungen aufmerksam zu machen. Wir investieren in Materialien, die unseren Partnern und ihren Verbrauchern dabei helfen, die Vorteile von MIPS BPS zu verstehen, um bestmögliche Informationen über uns bereitzustellen. Deshalb sowie aufgrund eines zunehmenden Bewusstseins der Gefahren von Kopftraumata durch Rotationskräfte hat das Wachstum von MIPS unserer Ansicht nach in den letzten Jahren zugenommen.

Verschiedenes

Welche Helme können MIPS BPS einsetzen? Steht es ausschließlich einer bestimmten Marke zur Verfügung?

MIPS BPS ist so entwickelt, dass es in fast jeden Helm auf dem Markt integriert werden kann. Unser Entwicklerteam arbeitet eng mit den Markenherstellern zusammen, um eine reibungsarme Schale zu produzieren, die sich auf die Grundfunktionen der Helme, wie z. B. Belüftung, Komfort und Passform, nur minimal auswirkt. Sobald die Schale in den Helm eingepasst ist, führen wir bei MIPS ein umfassendes und anspruchsvolles Testverfahren durch, um sicherzustellen, dass der Helm die MIPS-Zulassungstests besteht. MIPS hat reibungsarme Schalen mit nachgewiesenen Ergebnissen in Fahrrad-, Ski-, Reit-, Motorrad-, Motocross-, Renn-, Eishockey-, Football- und Militärhelme mit einer demonstrierten Verbesserung des Kopfschutzes integriert.

Wirkt sich MIPS BPS auf die Passform, das Erscheinungsbild und den Komfort aus?

Die reibungsarme MIPS-Schale ist so konstruiert, dass sie nur minimales Volumen und Gewicht hinzufügt. Jedes Helmmodell erhält eine individuell entwickelte Schale, die an die Belüftung, die Form und an andere Funktionen des Helmdesigns angepasst ist.

Helme, bei denen MIPS BPS nachgerüstet wird, können um eine Helmgröße kleiner ausfallen. Neue Modelle sind davon nicht betroffen.

Bringt MIPS BPS viel Zusatzgewicht mit sich?

Die reibungsarme MIPS-Schale wiegt je nach Helmmodell 25 bis 45 Gramm.

Haben Haare und Kopfhaut dieselbe Funktion wie MIPS BPS?

Die Kraft zwischen Kopf und Helm ist bei einem Aufprall sehr groß. Für ein zwischen Helm und Kopf versetztes Gleiten ist ein niedriger Reibungskoeffizient erforderlich. Die Kopfhaut kann dazu beitragen, die auf das Gehirn wirkende Rotationsbewegung geringfügig zu reduzieren, allerdings nicht in wesentlichem Maße.

Bieten alle Helme, die die erforderlichen Standards erfüllen, ausreichend Schutz?

Der aktuelle Standard sorgt hinreichend für den Schutz des Schädels. Doch der Schutz vor einer Hirnverletzung wird in den derzeitigen offiziellen Teststandards nicht gemessen.

Steht MIPS BPS mit den aktuellen Standards in Konflikt?

Nein, alle Tests an mit MIPS ausgestatteten Helmen und an Helmen ohne MIPS zeigen, dass sie bei Tests mit senkrechtem Aufprall gleiche Leistungen erzielen. In manchen Fällen kann der Helm mit MIPS etwas bessere Ergebnisse aufweisen, weil sich zwischen dem Schädel und der Aufprallfläche mehr Material befindet.

Wie reinige ich meinen MIPS-Helm?

Reinigen Sie den Helm mit einem weichen Tuch oder Schwamm, warmem Wasser und milder Seife (z. B. einem milden Spülmittel). Lassen Sie ihn in einem offenen Bereich an der Luft trocknen und bewahren Sie ihn an einem kühlen, trockenen Platz auf, wenn Sie ihn nicht benutzen.

Nehmen Sie unter keinen Umständen Änderungen an der reibungsarmen MIPS-Schale vor und entfernen Sie sie niemals.

Wenn Sie weitere Fragen zur Pflege Ihres Helms haben, wenden Sie sich bitte an den Hersteller des Helms und/oder an Ihren Händler vor Ort.

Hinweise für das Anbringen von Accessoires wie Kameras, Lampen, Spiegel usw.

Achten Sie beim Anbringen von Accessoires darauf, dass dieses unter keinen Umständen das ungehinderte Gleiten der reibungsarmen MIPS-Schale im Helm beeinträchtigt.

Beachten Sie außerdem die Montageanleitung des Herstellers des Zubehörteils.

Kann der Verbraucher einen Helm durch MIPS ergänzen?

Nein. Ein Helm kann nicht mit dem MIPS BPS nachgerüstet werden. Es wird im Herstellungsprozess des Helms eingebracht. Wir sind stolz darauf, mit den besten Marken der Sportbranche zusammenzuarbeiten. Diese helfen Ihnen, den besten mit MIPS ausgestatteten Helm für Ihre Anforderungen zu finden.

 

Tests

Wie wird MIPS BPS getestet und validiert?

Die Zulassung des Helms erfolgt durch einen Test des Helms bei einer Geschwindigkeit von 6,0–7,5 m/s und mit einem Aufprallwinkel von 45 Grad auf eine Schleifpapierfläche. Es werden drei verschiedene Aufprallstellen getestet. Dasselbe Helmmodell wird mit und ohne das MIPS BPS verglichen.

Warum beträgt die Aufprallgeschwindigkeit 6,2 m/s oder 7,5 m/s?

Die Aufprallgeschwindigkeit für Rad-, Ski- und Reithelme beträgt 6,2 m/s und 7,5 m/s für Motorradhelme. Der Aufprallwinkel beträgt jeweils 45 Grad. Die Geschwindigkeiten für Radhelme wurden anhand von Untersuchungen von Rekonstruktionen realer Unfälle (Verschueren et al. 2009) ausgewählt.

Welche Schädelattrappe wird für Helmtests verwendet?

Wir verwenden einen Hybrid-III-Dummykopf aus Aluminium, der mit einer Haut aus Gummi überzogen ist. Diese Art von Testköpfen wird auch bei Tests in der Automobilindustrie eingesetzt.

Wurde das patentierte MIPS Brain Protection System auch von anderen Stellen getestet?

Die schwedische Versicherungsgesellschaft Folksam führte an Ski-, Fahrrad- und Reithelmen eigene externe Tests durch. Diese Ergebnisse haben den von MIPS beanspruchten Sicherheitsgrad bestätigt.

Das Magazin Consumer Reports in den USA und SP, das schwedische technische Forschungsinstitut, führten in Kooperation mit Testfakta, einer unabhängigen Verbraucherorganisation für Produkttests, einen externen Test durch. Die mit MIPS ausgestatteten Helme erzielten hier ebenfalls Bestnoten.

Inwiefern entsprechen die MIPS-Lösungen verschiedenen Vorschriften?

Die MIPS-Lösungen entsprechen den Richtlinien zu RoHS und besonders besorgniserregenden Stoffen (SVHC).