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  — Sensibilität des Gehirns und Aufprallsituationen

Brain sensitivity and impacts

Das menschliche Gehirn kann man sich als gelartiges, halbfestes Organ vorstellen. Tatsächlich weist es eine ähnliche Konsistenz auf wie das Eiweiß eines gekochten Eis oder Butter. Und da das Gehirn zum Großteil aus Wasser besteht, ist es nicht komprimierbar und verträgt keine Scherbelastungen (nichtlineare Kräfte, die den Körper in zwei verschiedene Richtungen ziehen – wie beim Auseinanderschieben von aneinander gelegten Handflächen). Deshalb reagiert das Gehirn empfindlicher auf Rotationskräfte als auf eine rein lineare Bewegung des Schädels.

Wie kommt es zu Rotationsbewegungen des Gehirns?

Wenn du fällst trifft der Kopf in den meisten Fällen schräg auf dem Boden auf. Beim Aufprall kann die Tangentialkraft je nach Aufprallobjekt/-fläche eine größere oder geringere Rotation des Kopfes verursachen. Leider bilden herkömmliche Helmtests die Realität nicht ab. Stattdessen wird der Helm dabei senkrecht auf eine horizontale Fläche fallen gelassen, was zu einer linearen Bewegung des Helms und des Kopfes führt.

 

Folgen der Rotationsbewegung

Je nach Schwere und Position eines Aufpralls gibt es komplexe Faktoren und Kräfte, die zu einer Schädigung des Gehirns führen können. Was wir aber wissen: Wo eine lineare Bewegung des Kopfes einen Schädelbruch oder eine Prellung verursachen kann, können Rotationsbewegungen auch zu Verletzungen wie Gehirnerschütterung, Subduralhämatom oder einer diffusen axonalen Schädigung führen.

 

Von allen Hirnverletzungen kommt die Gehirnerschütterung am häufigsten vor. Allerdings können ihre Folgen von simplen, wenn auch unangenehmen Kopfschmerzen bis hin zum Extrem einer irreparablen Schädigung des Gehirns reichen. Insbesondere in den Vereinigten Staaten wird in zahlreichen Projekten erforscht, wie sich wiederholte Gehirnerschütterungen langfristig auswirken können.